Traceparts

Wie APIs die Integration von CAD-Katalogen durch Distributoren verändern

Die digitale Transformation von Engineering-Daten hat die Art und Weise verändert, wie die gesamte Lieferkette kommuniziert.

Hersteller haben den Wert digitaler Inhalte schon lange erkannt, von einfachen Datenblättern bis hin zu komplexen 3D-Modellen und Schaltplänen. Distributoren sind diesem Beispiel gefolgt und ermöglichen ihren Kunden einen schnelleren Zugriff auf präzise Konstruktionsinformationen. Trotz der zentralen Bedeutung digitaler Inhalte war die Beziehung zwischen Herstellern und Distributoren jedoch lange Zeit durch veraltete, manuelle Prozesse geprägt.

Jedes Mal, wenn ein neuer Katalog erstellt oder aktualisiert wurde, begann derselbe Zyklus von vorn: Freigabeanfragen, Datentransfers, Genehmigungen, Integrationen und Aktualisierungen. Dieser Prozess war aufwendig und fehleranfällig, mit hohem Risiko für Duplikationen, Verzögerungen und dafür, dass Informationen bereits veraltet waren, bevor sie den Kunden überhaupt erreichten.

Infographic manual integrations

Diese Hürde ist nun gefallen.
Die Einführung API-basierter Integrationen ermöglicht es Distributoren, in Echtzeit auf die bestehenden digitalen Kataloge der Hersteller zuzugreifen. Eine API (Application Programming Interface) ist eine digitale Schnittstelle, über die zwei Systeme automatisch Informationen austauschen können. Anstatt eigene Bibliotheken aufzubauen und zu pflegen, verbinden sich Distributoren direkt mit der Quelle und stellen ihren Kunden stets die aktuellsten und genauesten Informationen zur Verfügung. Das stellt einen grundlegenden Wandel in der Art dar, wie Daten innerhalb der Lieferkette geteilt werden, mit Vorteilen für Hersteller, Distributoren und Kunden gleichermaßen.

Der frühere Ansatz: Manuelle Integration

Über viele Jahre hinweg war der Aufbau einer digitalen 3D-Modellbibliothek für Distributoren ein komplexer und zeitintensiver Prozess. Aus eigener Erfahrung bei RS Components weiß ich, dass jeder einzelne Schritt Ausdauer, Geduld und nicht selten auch etwas Glück erforderte.

Zunächst musste die Zustimmung des Herstellers eingeholt werden, um dessen Inhalte veröffentlichen zu dürfen. Das war häufig alles andere als einfach. Manche Hersteller zögerten, ihre Modelle auf Plattformen Dritter bereitzustellen, selbst wenn eine höhere Sichtbarkeit potenziell den Absatz gesteigert hätte.

Nach der Freigabe stellten die Hersteller große Mengen an Zeichnungen, Modellen und Konformitätsdaten zur Verfügung, die formatiert und bei TraceParts hochgeladen werden mussten. Kam ein weiterer Hersteller hinzu, begann der gesamte Prozess erneut. Jede Aktualisierung erforderte es, dieselben Dateien und Kataloge erneut zu prüfen und zu bearbeiten.

Dieses System hatte klare Schwächen. Die notwendige Herstellerfreigabe führte zu Verzögerungen und Unsicherheiten. Die Verarbeitung großer Datenmengen band auf beiden Seiten erhebliche Ressourcen. Aktualisierungen verbreiteten sich nur langsam, und nicht selten waren die im Distributorenkatalog verfügbaren Daten bereits veraltet, sobald sie veröffentlicht wurden.

Time consuming manual data update

Für den Kunden entstand Unsicherheit: Beim Download eines Modells war nicht garantiert, dass es dem aktuell produzierten Produkt entsprach. Das Ergebnis waren Ineffizienz und Frustration für alle Beteiligten.

Warum das für Distributoren relevant ist

Trotz dieser Herausforderungen wissen Distributoren um den hohen Wert von 3D-Modellen für ihre Kunden. Ingenieure, die präzise Modelle direkt in ihre Konstruktionen integrieren können, bleiben deutlich häufiger dem Distributor treu, der ihnen diese Möglichkeit bietet. Ein Bauteil, das konstruktiv eingeplant wird, ist später auch ein verkauftes Bauteil. Genau an dieser Schnittstelle zwischen digitalem Design und physischer Lieferung entsteht nachhaltiger Mehrwert.

Der Aufwand für Pflege und Aktualisierung der Kataloge überwiegt jedoch häufig den Nutzen. Viele Distributoren stehen vor der Wahl, entweder nur eingeschränkte Inhalte anzubieten oder die erhebliche Last von Versionskontrolle und regelmäßigen Updates zu tragen. Gleichzeitig drängen E-Commerce-Giganten mit großer Auswahl, starker Logistik und modernen digitalen Werkzeugen in den Industriebereich. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Distributoren ihre technische Kompetenz und Glaubwürdigkeit einsetzen, um Vertrauen aufzubauen. Ohne ein effizienteres System zur Datenverwaltung begrenzen jedoch viele ihre Ambitionen.

Die neue Lösung

Diese Situation hat sich nun grundlegend geändert. TraceParts hat einen API-basierten Integrationsprozess eingeführt, der die Doppelarbeit und den Aufwand klassischer Katalogerstellung eliminiert. Das Prinzip ist einfach: Anstatt eigene Bibliotheken manuell aufzubauen, können Distributoren ihre Systeme direkt über eine Live-API mit dem Katalog des Herstellers verbinden.

Infographic API integrations

Wenn ein Kunde die Website eines Distributors besucht, fungieren Artikelnummer und Herstellername als Schlüssel. Die TraceParts-API prüft in Echtzeit, ob in der Herstellerdatenbank ein 3D-Modell oder zugehörige Daten vorhanden sind. Ist dies der Fall, kann der Kunde das Modell sofort über die Website des Distributors ansehen und herunterladen, mit der Sicherheit, stets die aktuelle Version zu erhalten. Die Freigabe erfolgt einmalig durch den Hersteller, anschließend übernehmen TraceParts und der Distributor die laufende Verwaltung.

Für den Distributor ist der Unterschied deutlich spürbar. Es entfällt das Hosting von Daten, die Pflege von Dateien und der Neuaufbau von Katalogen bei Produktänderungen. Die eigene Website wird zu einem direkten Fenster in die stets aktuelle, verlässliche Datenwelt des Herstellers. Für den Kunden ist das Erlebnis nahtlos: Er bleibt auf der Plattform des Distributors und kann sicher sein, dass jedes heruntergeladene Modell dem aktuellen Produktstand entspricht.

Gemeinsame Vorteile entlang der Lieferkette

Dieser Ansatz bietet klare Vorteile für alle Beteiligten. Hersteller behalten die volle Kontrolle, da ausschließlich die aktuellste Version angezeigt wird. Aktualisieren sie Modelle oder Spezifikationen, spiegeln sich diese Änderungen automatisch überall wider, wo die API-Verbindung besteht. Gleichzeitig erreichen ihre Produkte ohne zusätzlichen Aufwand eine größere Zielgruppe über alle angebundenen Distributoren hinweg.

Distributoren reduzieren ihren Aufwand erheblich, da die API Duplikationen und manuelle Aktualisierungen überflüssig macht. Sie können ihren Kunden ein Maß an technischer Genauigkeit bieten, das früher nur mit enormem Investitionsaufwand möglich war. Eine einzige Integration eröffnet den Zugang zu Tausenden von Modellen unterschiedlicher Hersteller, stets aktuell und ohne manuelles Eingreifen. Erstmals können sich Distributoren vollständig auf den Kundenservice konzentrieren statt auf die Katalogpflege.

Auch Kunden profitieren. Sie laden Modelle mit der Gewissheit herunter, dass diese korrekt und aktuell sind. Zusätzliche Prüfungen auf Herstellerseiten entfallen, der Prozess wird schneller, einfacher und weniger fehleranfällig.

Diese digitale Innovation steigert Effizienz und Genauigkeit für alle Glieder der Kette, ohne Kontrollverlust für irgendeine Partei.

Die Rolle des Distributors neu definiert

Bereits vor über sechs Jahren stellte sich die Frage, wie industrielle Distributoren relevant bleiben können. Damals entwickelten Hersteller Self-Service-Plattformen, während Online-Giganten die Erwartungen der Kunden neu definierten.

Heute hat sich diese Frage weiterentwickelt. Der moderne Distributor muss die Daten nicht mehr besitzen, sondern sie intelligent verknüpfen. Über die API-Integration mit TraceParts erreicht er die gleiche Datenaktualität wie der Hersteller und bewahrt zugleich seine Stärken: neutrale Beratung, breite Auswahl und Kundenvertrauen. Der Distributor wird zur digitalen Brücke zwischen Hersteller und Kunde, zu einer zentralen, verlässlichen Quelle für geprüfte technische Informationen, Expertise und Service.

Dieser Wandel stellt den Wert des Distributors im Design-Ökosystem wieder her. Distributoren werden zu Innovationspartnern, die Ingenieuren helfen, schneller und fundierter zu entscheiden, ohne durch administrative Lasten gebremst zu werden.

Der TraceParts-Vorteil

ELS3-EN-transparent-background

Mit über drei Jahrzehnten Erfahrung im Management von Engineering-Daten ist TraceParts ein weltweit anerkannter Partner für Hersteller und Distributoren. Die Plattform bietet die Reichweite und Infrastruktur, um Herstellerdaten direkt zu Ingenieuren zu bringen und sicherzustellen, dass diese korrekt, auffindbar und breit verfügbar sind. Gleichzeitig erhalten Distributoren die technische Grundlage, Informationen effizient an ihre Kunden weiterzugeben. Das Ergebnis ist ein Ökosystem, in dem Daten frei fließen, kontrolliert bleiben und Sichtbarkeit nicht länger mit Komplexität erkauft werden muss.

Fazit

Die Zukunft digitaler Produktdaten liegt nicht in der Vervielfältigung, sondern in der Vernetzung. Hersteller und Distributoren müssen keine parallelen Kataloge mehr pflegen oder endlose Aktualisierungen verwalten. Stattdessen verbinden sie ihre Systeme über eine einzige, zuverlässige API, die für Genauigkeit, Konsistenz und Effizienz sorgt.

Diese Innovation stärkt die Beziehungen zwischen Distributoren, Herstellern und Kunden gleichermaßen. Hersteller wissen, dass ihre Produkte stets korrekt dargestellt werden, während Kunden von einem nahtlosen Erlebnis profitieren, das den Weg von der Konstruktion bis zur Lieferung verkürzt.

Dieses neue Integrationsmodell ist der logische nächste Schritt in der Entwicklung des digitalen Handels. Durch einmalige Verbindung und kontinuierliches Teilen rückt die Branche ihrem lang verfolgten Ziel näher: Ingenieuren jederzeit schnellen und präzisen Zugriff auf die Informationen zu geben, die sie für Entwicklung, Innovation und Umsetzung benötigen.

Über den Autor

David Pike
David Pike

David Pike ist besser bekannt als Connector Geek. Er verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Welt der Verbindungstechnik und gibt Ingenieuren wichtige Tipps zu neusten technischen Lösungen.

Andere ähnliche Beiträge